Dhammapada

Das Kapitel der Züchtigung - Danda

 

 



Vor Zücht’gung haben alle Angst,

Und alle fürchten sich vor’m Tod;

Dich selbst mit allem d’rum vergleich’,

Und töte nicht und schlage nicht.

 

 



Vor Zücht’gung haben alle Angst,

Und allen ist ihr Leben lieb;

Dich selbst mit allen d’rum vergleich’,

Und töte nicht und schlage nicht.

 

 

Wer Wesen, die nach Wohl begehr’n,

Durch Züchtigungen wehe tut,

Im Suchen nach dem eig’nen Wohl,

Erlangt kein Wohl in künft’ger Welt.

 

 



Wer Wesen, die nach Wohl begehr’n,

Durch Züchtigungen nie wehe tut,

Im Suchen nach dem eig’nen Wohl,

Erlangt Wohl in künft’ger Welt.

 

 

 

Sprich niemals hart zu irgendwem,

Beschimpft möchte’ man’s erwidern dir.

Ja, heft’ges Reden bringt dir Leid,

Und Gegenschläge treffen dich.

 

 

 

Läßt’s Ich du nicht erbeben mehr,

Zerbroch’nem Bronzetopfe gleich,

Dann hast das Nirwahn du erreicht,

Dann brauchst du nicht mehr heftig auf.

 

 

 

Gleichwie der Kuhhirt mit dem Stock

Die Kühe auf die Weide treibt,

So treibt das Alter und der Tod

Das Leben der Geschöpfe fort.

 

 

 

Daß üble Taten er verübt,

Das ist dem Toren nicht bewusst,

Doch durch die eig’ne Tat gequält

Wir wie vom Feuer er verzehrt.

 

 

 

Wer mit dem Stock an Friedvollen,

An Sündlosen, versündigt sich,

Den trifft von zehn Bedingungen

Die eine oder and’re bald:

 

 

Erfahren mag er heft’gen Schmerz,

Körperverstümmelung, Verlust,

Auch schwere Krankheit sucht ihn heim,

Selbst Wahnsinn ihn befallen mag,

 

 

Auch Ungemach vom Fürsten her

Und schreckliche Beschuldigung.

Verwandte sterben ihm dahin,

Die Güter kommen in Verfall.

 

 

 

Es mag auch eine Feuersbrunst

Ihm seine Häuser all’ zerstör’n;

Dann nach Zerfallen seines Leib’s

Eilt er, der Tor, zur Hölle hin.

 

 

 

Nicht Nacktgeh’n, auch nicht Haargeflecht,

auch Schmutz nicht,

Nicht Fasten, nicht auf bloßem Boden schlafen,

Nicht Staub und Schlamm, nicht Quälerei durch Hocksitz,

Mach rein den zweifel-unerlösten Sterblichen

 

 

 

Auch wer geschmückt ist, doch rechtschaffen wandelt,

Gestillt, bezähmt, gefestigt, heilig lebend,

Der gegen alle Wesen Wehetun verwarf,

Der ist ein Priester, ist ein Mönch, ein Jünger.

 

 

 

Gibt’s in der Welt wohl einen Mann,

Der, von dem Schamgefühl beherrscht,

Den Tadel unbeachtet lässt

Wie edles Roß den Peitschenhieb?

 

 



Wie edeles Roß, vom Peitschenhieb getroffen,

Seid stets erfüllt von Eifer und ergriffen.

Durch Zuversicht, wie Sittlichkeit und Willenskraft,

Durch Sammlung und Erforschung der Gesetzesnorm,

Im Wissen und in Wandel reif, voll Achtsasmkeit,

Mögt ihr dies ganze Leiden überwinden.

 

 

Die Wasserleiter leiten Wasser,

Die Bogner schlichten ihren Pfeil,

Die Zimmerleute schlichten Holz,

Der Pflichtgetreue zähmt seine Selbst.

 

 

 

 

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