Das
Kapitel der Züchtigung -
Danda

Vor Zücht’gung haben alle
Angst,
Und alle fürchten sich vor’m
Tod;
Dich selbst mit allem d’rum
vergleich’,
Und töte nicht und schlage
nicht.

Vor Zücht’gung haben alle
Angst,
Und allen ist ihr Leben
lieb;
Dich selbst mit allen d’rum
vergleich’,
Und töte nicht und schlage
nicht.

Wer Wesen, die nach Wohl
begehr’n,
Durch Züchtigungen wehe tut,
Im Suchen nach dem eig’nen
Wohl,
Erlangt kein Wohl in
künft’ger Welt.

Wer Wesen, die nach Wohl
begehr’n,
Durch Züchtigungen nie wehe
tut,
Im Suchen nach dem eig’nen
Wohl,
Erlangt Wohl in künft’ger
Welt.

Sprich niemals hart zu
irgendwem,
Beschimpft möchte’ man’s
erwidern dir.
Ja, heft’ges Reden bringt
dir Leid,
Und Gegenschläge treffen
dich.

Läßt’s Ich du nicht erbeben
mehr,
Zerbroch’nem Bronzetopfe
gleich,
Dann hast das Nirwahn du
erreicht,
Dann brauchst du nicht mehr
heftig auf.

Gleichwie der Kuhhirt mit
dem Stock
Die Kühe auf die Weide
treibt,
So treibt das Alter und der
Tod
Das Leben der Geschöpfe
fort.

Daß üble Taten er verübt,
Das ist dem Toren nicht
bewusst,
Doch durch die eig’ne Tat
gequält
Wir wie vom Feuer er
verzehrt.

Wer mit dem Stock an
Friedvollen,
An Sündlosen, versündigt
sich,
Den trifft von zehn
Bedingungen
Die eine oder and’re bald:

Erfahren mag er heft’gen
Schmerz,
Körperverstümmelung,
Verlust,
Auch schwere Krankheit sucht
ihn heim,
Selbst Wahnsinn ihn befallen
mag,

Auch Ungemach vom Fürsten
her
Und schreckliche
Beschuldigung.
Verwandte sterben ihm dahin,
Die Güter kommen in Verfall.

Es mag auch eine
Feuersbrunst
Ihm seine Häuser all’
zerstör’n;
Dann nach Zerfallen seines
Leib’s
Eilt er, der Tor, zur Hölle
hin.

Nicht Nacktgeh’n, auch nicht
Haargeflecht,
auch Schmutz nicht,
Nicht Fasten, nicht auf
bloßem Boden schlafen,
Nicht Staub und Schlamm,
nicht Quälerei durch
Hocksitz,
Mach rein den
zweifel-unerlösten
Sterblichen

Auch wer geschmückt ist,
doch rechtschaffen wandelt,
Gestillt, bezähmt,
gefestigt, heilig lebend,
Der gegen alle Wesen Wehetun
verwarf,
Der ist ein Priester, ist
ein Mönch, ein Jünger.

Gibt’s in der Welt wohl
einen Mann,
Der, von dem Schamgefühl
beherrscht,
Den Tadel unbeachtet lässt
Wie edles Roß den
Peitschenhieb?
Wie edeles Roß, vom
Peitschenhieb getroffen,
Seid stets erfüllt von Eifer
und ergriffen.
Durch Zuversicht, wie
Sittlichkeit und
Willenskraft,
Durch Sammlung und
Erforschung der
Gesetzesnorm,
Im Wissen und in Wandel
reif, voll Achtsasmkeit,
Mögt ihr dies ganze Leiden
überwinden.

Die Wasserleiter leiten
Wasser,
Die Bogner schlichten ihren
Pfeil,
Die Zimmerleute schlichten
Holz,
Der Pflichtgetreue zähmt
seine Selbst.
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