Dhammapada

Das Kapitel des Zorns - Kodha

 

 



Den Zorn gib auf, den Dünkel überwinde,

Streif’ alle Daseinsfesseln von dir ab;

Den wer nicht mehr an Geist und Körper haftet,

Wem nichts mehr anhängt, den befällt kein Leiden.

 

 

Wer seinen aufgestieg’nen Zorn

Wie rollenden Wagen anhält,

Den nenne Wagenlenker ich,

Die andern halten bloß den Zaum.

 

 

 

 

Durch Nichtzorn stets besieg’ den Zorn,

Durch Güte den Nichtgütigen,

Den geizigen durch ein Geschenk,

Durch Wahrheit den, der Lügen spricht.

 

 

Die Wahrheit sprich, erzürn’ dich nicht,

Gebeten gib, sei’s wenig auch:

Auf diese Dinge drei gestützt

Gelangst du zu den Göttern hin.

 

 

 

Die keinem Wesen wehetun,

Die Weisen, in Werken beherrscht,

Gelangen zum todlosen Reich,

Wo keinen Kummer mehr man kennt.

 

 

 

In den stets wachsam Weilenden,

Bei tag und Nacht sich Übenden,

Zum Nirwahn hin sich Neigenden,

Versiegt jeder Böse Trieb.

 

 

 

Schon alt ist dieses, Atula,

Und nicht bloß heute ist dieses so:

Man tadelt den, der schweigsam sitzt,

Man tadelt den Gesprächigen,

Ja, den selbst, der gemessen spricht;

Ohn’ Tadel ist man nirgendwo.

 

Nicht gab’s und wird’s nicht geben je

Und gibt’s auch heut’gen Tages nicht,

Daß einer immer Lob empfängt,

Daß einer stets getadelt wird.

 

 

Ihn, dem Vertsänd’ge spenden Lob,

Die täglich ihn beobachten,

Der lückenlosen Wandels ist,

Im Wissen und im Wandel fest,

 

 

 

Den Weisen, goldjuwelengleich,

Wer wagt es, den zu tadeln je?

Sogar die Götter preisen ihn,

Selbst Brahma kündet ihm sein lob.

 

 

 

Vor Werkaufwallung hüte dich,

Und sei in Werken wohl beherrscht;

Laß’ schlechten Wandel fahr’n in Werken,

Üb’ einen guten Wandel aus.

 

 

 

Von Wortaufwallung hüte dich,

Und sei in Worten wohl beherrscht;

Laß’ schlechten Wandel fahr’n in Worten,

Üb’ einen guten Wandel aus.

 

 

 

Vor Geistaufwallung hüte dich,

Und sei im Geiste wohl beherrscht;

Laß’ schlechten Wandel fahr’n im Geiste,

Üb’ guten geit’gen Wandel aus.

 

 

 

Die Weisen, die gezügelt sind,

In Werken wie in Worten auch,

Gezügelt sind in ihrem Geist,

Die sind gezügelt ganz und gar.

 

 

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