Dhammapada

Das Kapitel der Wachheit - Appamada

 

 

    Wachheit der Pfad zum Todlosen,

    Schlaffheit der Pfad zum Tode ist.

    Die Wachen sterben nimmermehr,

    Die Schlaffen sind den Toden gleich.

 

 

 

Die solches aber klar erkannt,

Die Weisen voller Wachsamkeit,

Erfreu’n sich an der Wachsamkeit,

Erfreu’n sich an der Edlen Reich.

 

 

Die selbstvertieft sind, unentwegt,

Allzeit mit starker Macht begabt,

Solch’ Weise dringen vor zum Nirwahn,

Zur allerhöchsten Sicherheit.

 

 

 

Wer strebsam ist, voll Achtsamkeit,

Im handeln rein und wohlbedacht,

Gezügelt, dem Gesetze treu,

Solch Wachender im Anseh’n steigt.

 

 

 

Durch Streben und durch Wachsamkeit,

Zurückhaltung und Zügelung

Mach’ weise man ein Eiland sich,

Das keine Flut mehr mit sich reißt.

 

Es gibt der Lässigkeit sich hin

Das einsichtslose Torenvolk,

Der Weise aber seine Wachheit

Behütet als den höchsten Hort.

 

 

 

Ergebt euch nicht der Lässigkeit,

Vertrauet nicht der Sinnenslust.

Wer wachsam ist und selbstvertieft,

Erlangt ein hohes, heil’ges Glück.

 

Wenn Lässigkeit durch Wachsamkeit

Der Weise überwunden hat,

Erklommen hat der Weisheit Turm,

Schaut, weise, auf die Toren er,

Leidlos, auf diese Leidenswelt,

Gleichwie vom Bergesgipfel man

Die Menschen in dem Tal erblickt.

 

Durch Wachsamkeit hat Maghava

Den höchsten Götterrang erreicht.

Die Wachsamkeit lobt jedermann,

Die Lässigkeit wird stets verdammt.

 

Wer wachsam unter Lässigen

Und unter Schläfrigen ist wach,

Solch Weiser siegreich eilt voraus

Wie flinkes Roß dem schlappen Gaul.

 

 

 

Der Mönch der sich der Wachheit freut,

In Lässigkeit Gefahr erblickt,

Tilgt jede Fessel, grob wie fein,

Wie’s Feuer alles niederbrennt.

 

 

 



Der Mönch, der sich der Wachheit freut,

In Lässigkeit Gefahr erblickt,

Ist keinem Rückfall ausgesetzt,

Ist in des Nirwahns nächster Näh’.

 

 

Zurück zur Kapitelauswahl >>

Wat Sibounheuang © 2008 | IMPRINT