Das
Kapitel über das Selbst -
Atta

Wem teuer gilt das eig’ne
Selbst,
Der hüte es in rechter Hut,
Und eine der drei
Nachtwachen
Bleib’ wachsam der
verständ’ge Mann.

Zuallererst befest’ge man
Das eigne Selbst auf rechtem
Pfad,
Und dann erst lehr’ man
andere:
So schadet sich der Weise
nicht

Wenn man sein eigen Selbst
so macht,
Wie man den andern
unterweist,
Mag man, bezähmt, den
anderen zähmen.
Ja, schwer bezähmbar ist das
Selbst.

Das Selbst ist unser eigner
Schutz;
Welch andrer könnt’ wohl
Schutzherr sein?
Im wohlbezämten Selbst
erlangt
Man Schutz, der schwer
erlangbar ist.

Die böse Tat, durchs Selbst
getan,
Durch Selbst gezeugt, durchs
Selbst gewirkt,
Zermalmt den einsichtlosen
Mann,
Wie Demant einen Edelstein.

Wen völl’ge Sittenlosigkeit
Lianengleich umschlungen
hält,
Der machet so sein eigen
Selbst,
Wie es sein Feind ihm gerne
wünscht.

Das Böse ist gar leicht
vollbracht
Und das, was einem Unheil
bringt;
Doch was da heilsam ist und
gut,
Das wahrlich ist gar schwer
zu tun.

Durchs Selbst wird böse Tat
getan,
Bloß durch sich selbst wird
man befleckt;
Durchs Selbst bleibt Böses
ungetan,
Bloß durch sich selber wird
man rein.
>Rein<, >Unrein< hängen ab
vom Selbst,
Und keiner andre läutern
kann.

Wer da der Heil’gen, Edlen
Ordnung,
Der dem Gesetze Lebenden
Beschimpft, solch
unverständ’ger Tor,
Auf bösen Ansichten
gestützt,
Zeugt Früchte wie das
Bambusrohr
Zu seinem eignen Untergang.

Das eigne Heil gibt nimmer
preis
Für andrer Wohl, sei’s noch
so groß.
Hast du dein eignes Heil
erkannt,
So gib dem eignen Heil dich
hin.
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