Dhammapada

Das Kapitel über das Selbst - Atta

 

 

Wem teuer gilt das eig’ne Selbst,

Der hüte es in rechter Hut,

Und eine der drei Nachtwachen

Bleib’ wachsam der verständ’ge Mann.

 

 

Zuallererst befest’ge man

Das eigne Selbst auf rechtem Pfad,

Und dann erst lehr’ man andere:

So schadet sich der Weise nicht

 

 

 

Wenn man sein eigen Selbst so macht,

Wie man den andern unterweist,

Mag man, bezähmt, den anderen zähmen.

Ja, schwer bezähmbar ist das Selbst.

 

 

Das Selbst ist unser eigner Schutz;

Welch andrer könnt’ wohl Schutzherr sein?

Im wohlbezämten Selbst erlangt

Man Schutz, der schwer erlangbar ist.

 

 

 

Die böse Tat, durchs Selbst getan,

Durch Selbst gezeugt, durchs Selbst gewirkt,

Zermalmt den einsichtlosen Mann,

Wie Demant einen Edelstein.

 

 

 

Wen völl’ge Sittenlosigkeit

Lianengleich umschlungen hält,

Der machet so sein eigen Selbst,

Wie es sein Feind ihm gerne wünscht.

 

 

 

Das Böse ist gar leicht vollbracht

Und das, was einem Unheil bringt;

Doch was da heilsam ist und gut,

Das wahrlich ist gar schwer zu tun.



 



Durchs Selbst wird böse Tat getan,

Bloß durch sich selbst wird man befleckt;

Durchs Selbst bleibt Böses ungetan,

Bloß durch sich selber wird man rein.

>Rein<, >Unrein< hängen ab vom Selbst,

Und keiner andre läutern kann.

 

Wer da der Heil’gen, Edlen Ordnung,

Der dem Gesetze Lebenden

Beschimpft, solch unverständ’ger Tor,

Auf bösen Ansichten gestützt,

Zeugt Früchte wie das Bambusrohr

Zu seinem eignen Untergang.

 

 

Das eigne Heil gibt nimmer preis

Für andrer Wohl, sei’s noch so groß.

Hast du dein eignes Heil erkannt,

So gib dem eignen Heil dich hin.

 

 

 

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