Dhammapada

Das Liebes Kapitel - Piya

 

 

Wer Nichtzuübendes übet

Und nicht das zu Übende übt,

An Liebem heilvergessen hängt,

Beneidet jeden, der sich übt.

 

 

An Liebes schließe dich nicht an,

An Unliebsames nimmermehr.

Die Lieben nicht zu seh’n ist Qual.

Und Qual die Unlieben zu seh’n.

 

 

 

Drum fasse keine Liebe je,

Den Liebes lassen ist gar schlimm.

Für wen’s nicht >lieb< noch >unlieb< gibt,

Für den gibt’s keine Fesseln mehr.

 

 

 

Von lieben Dingen Sorge kommt,

Den lieben Dingen Furcht entspringt:

Für den von lieben Dingen Freien

Gibt’s Sorge nicht; woher gar Furcht?

 

 

 

Der Liebe entspringt die Sorge,

Der Liebe entspringt die Furcht;

Für den von Liebe Erlösten

Gibt’s Sorge nicht; woher gar Furcht?

 

 

 

Den Lüsten entspringt die Sorge,

Den Lüsten entspringt die Furcht;

Für den von Lüsten Erlösten

Gibt’s Sorge nicht; woher gar Furcht?

 

 

 

Von Sinnlichkeit die Sorge kommt,

Der Sinnlichkeit entspringt die Furcht;

Für den von Sinnlichkeit Freien

Gibt’s Sorge nicht; woher gar Furcht?

 

 

 

Der Begier entspringt die Sorge,

Der Begier entspringt die Furcht;

Für den von Begier Erlösten

Gibt’s Sorge nicht; woher gar Furcht?


 

 

 

Wer Sittlichkeit und Einsicht hat,

Gesetzesfest ist, die Wahrheit schaut,

Die eigne Aufgabe erfüllt,

Den haben alle Menschen gern.

 

 

 

Wer’s Unsagbare sich ersehnt,

Der sei im Geist ergriffen ganz;

Dess’ Herz an Sinnlichkeit nicht hängt,

Der >stromentgegen-gehend< heißt.

 

 

Der Mann, der lange draußen war,

Von Ferne heil ist heimgekehrt,

Jauchzt froh entgegen jedermann,

Verwandter, Herzensbruder, Freund.

 

 

 

Auch den, der Gutes hat gewirkt,

Von hier zu nächsten Welt gelangt,

Empfangen seine guten Werke

Wie Vettern ihren lieben Gast.

 

 

 

Zurück zur Kapitelauswahl >>

Wat Sibounheuang © 2008 | IMPRINT