Das
Liebes Kapitel - Piya

Wer Nichtzuübendes übet
Und nicht das zu Übende übt,
An Liebem heilvergessen
hängt,
Beneidet jeden, der sich
übt.

An Liebes schließe dich
nicht an,
An Unliebsames nimmermehr.
Die Lieben nicht zu seh’n
ist Qual.
Und Qual die Unlieben zu
seh’n.

Drum fasse keine Liebe je,
Den Liebes lassen ist gar
schlimm.
Für wen’s nicht >lieb< noch
>unlieb< gibt,
Für den gibt’s keine Fesseln
mehr.

Von lieben Dingen Sorge
kommt,
Den lieben Dingen Furcht
entspringt:
Für den von lieben Dingen
Freien
Gibt’s Sorge nicht; woher
gar Furcht?

Der Liebe entspringt die
Sorge,
Der Liebe entspringt die
Furcht;
Für den von Liebe Erlösten
Gibt’s Sorge nicht; woher
gar Furcht?

Den Lüsten entspringt die
Sorge,
Den Lüsten entspringt die
Furcht;
Für den von Lüsten Erlösten
Gibt’s Sorge nicht; woher
gar Furcht?

Von Sinnlichkeit die Sorge
kommt,
Der Sinnlichkeit entspringt
die Furcht;
Für den von Sinnlichkeit
Freien
Gibt’s Sorge nicht; woher
gar Furcht?

Der Begier entspringt die
Sorge,
Der Begier entspringt die
Furcht;
Für den von Begier Erlösten
Gibt’s Sorge nicht; woher
gar Furcht?

Wer Sittlichkeit und
Einsicht hat,
Gesetzesfest ist, die
Wahrheit schaut,
Die eigne Aufgabe erfüllt,
Den haben alle Menschen
gern.

Wer’s Unsagbare sich
ersehnt,
Der sei im Geist ergriffen
ganz;
Dess’ Herz an Sinnlichkeit
nicht hängt,
Der >stromentgegen-gehend<
heißt.

Der Mann, der lange draußen
war,
Von Ferne heil ist
heimgekehrt,
Jauchzt froh entgegen
jedermann,
Verwandter, Herzensbruder,
Freund.

Auch den, der Gutes hat
gewirkt,
Von hier zu nächsten Welt
gelangt,
Empfangen seine guten Werke
Wie Vettern ihren lieben
Gast.
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