Das
Kapitel über das Glück -
Sukha

Gar glücklich wahrlich leben
wir
Von Haß frei unter Haßlosen;
Ja, unter hassenden Menschen
Verweilen wir vom Haß
befreit.

Gar glücklich wahrlich leben
wir
Vom Leid frei unter
Leidenden;
Ja, unter leidenden Menschen
Verweilen wir vom Siechtum
frei.

Gar glücklich wahrlich leben
wir
Von Gier frei unter
Gierigen;
Ja, unter gierigen Menschen
Verweilen wir von Gier
befreit..

Gar glücklich wahrlich leben
wir,
Wir, denen nichts mehr
angehört,
An Wonnen zehren werden wir
Den strahlenreichen Göttern
gleich.

Der Sieger zeuget
Feindschaft sich,
Und der Besiegte leidvoll
lebt.
Doch glücklicher der
Gestillte lebt,
Dem Siegen und Besiegtsein
fern.

Kein Feuer brennt so wie die
Gier,
Kein Übel zehrt so wie der
Haß,
Kein Leid den Daseinsgruppen
gleicht,
Kein höh’res Glück gibt’s
als die Ruh’.

Der Hunger ist das ärgste
Weh,
Die Daseinsformen
schlimmstes Leid:
Dem, der das wirklich hat
erkannt,
Wird Nirwahn, höchstes
Glück, zuteil.

Gesundheit höchster Reichtum
ist,
Zufriedenheit der schönste
Schatz,
Die Zuversicht der beste
Freund,
Das Nirwahn allerhöchstes
Glück.

Wer den Genuß der
Einsamkeit,
Des Friedens, je gekostet
hat,
Ist unbedrängt, vom Bösen
frei.
Genießt der Warheitswonne
Glück.

Gut ist’s die Edlen zu seh’n,
Mit ihnen weilen stets ein
Glück;
Und wenn man keinen Toren
trifft,
So mag man allzeit glücklich
sein.

Ja, wer mit Toren Umgang
pflegt,
Der klaget lange, lange
zeit;
Mit Toren weilen bringt
stets Leid,
Als ob man weilte mit dem
feind;
Mit Weisen weilen wohl
gewährt
Wie mit Verwandten der
Verkehr.

Drum, wer da einsichtsvoll
ist, weise, wissensreich,
Kampffähig, pflichttreu und
ein edler Jünger,
Solch einen guten,
einsichtsvollen Menschen,
Der folge man gleich wie der
Mond der Sternenbahn.
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