Dhammapada

Das Elefanten Kapitel - Naga

 

 



Wie in der Schlacht der Elefant

Heranschwirrenden Pfeil erträgt,

So trug ich die Beschimpfungen.

Ja, böse Sitten hegt das Volk.

 

 



Bezähmten führet man zum Kampf,

Bezähmten bloß besteigt der Fürst;

Bezähmter Mensch der beste ist,

Der allen Schimpf geduldig trägt.

 

 

Gezähmtes Maultier ist gar gut,

Gar gut gezähmtes Sindhu-Roß,

Auch gut der mächt’ge Elefant,

Doch besser, wer sich selbst bezähmt.
 

 

 

 

Auf solchen Tieren niemals man

Zum unbetret’nen Reich gelangt,

So wie bei wohlbezähmten Selbst

Bezähmter mit Bezähmten geht.

 

 

 

Der Dahnapalaka, der Elefant,

Hatt’ scharfen Brunstschweiß und zwar schwer

zu bändigen,

Gefesselt fraß er keinen Bissen

Und dachte bloß an seinen Elefantenwald.

 

 

 

Wenn einer schlaff ist, voll Gefräßigkeit,

Und schläfrig sich auf seinem Lager wälzt umher,

Dann ist genau er wie ein fettes Mastschwein;

Und immer wieder tritt ins Dasein ein der Tor.
 

 

 



Es schweifte früher dieser geist gar viel umher -

Wozu und wo und wie’s auch immer ihm gefiel -;

Doch heute will ich’s weise ihm verwehren,

Wie Treiber geilen Elefanten hält zurück.

 

 

Der Wachheit gebt euch freudig hin

Und wachet übers eigne Herz.

Zieht euch heraus aus dem Morast

Wie schlammversunk’ner Elefant.

 

 

 

Wenn einen einsichtsvollen Freund du findest,

Einen Gefährten, weise, edel lebend,

Magst freudig du und achtsam mit ihm wandeln

Und überwinden jegliche Gefahr.
 

 

 

Wenn keinen einsichtsvollen Freund du findest,

Einen Gefährten, weise, edel lebend,

Sei wie ein König, der sein Land im Stiche läßt

Und wandle einsam wie der Elefant im Wald.

 

 

 

Alleinig wandern besser ist,

Gemeinsames gibt’s nicht mit Tor’n.

Man lebe einsam, tue keine böse Tat,

Sei unbekümmert wie der Elefant im Wald.

 

 

 

 

Wenn Not sich einstellt, sind ein Glück die Freunde;

Ein Glück ist die Genügsamkeit bei allem;

Verdienste sind ein Glück beim Lebensende;

Ein Glück ist alles Leidens Überwindung.

 

 

 

Ein Glück ist die Mutterschaft allhier,

Auch die Vaterschaft ein Glück,

Ein Glück ist die Asketenschaft,

Ein Glück auch ist die Heiligkeit.

 

 

 

 

Ein Glück ist die Tugend lebenslang,

Ein Glück gefestigtes Vertrau’n;

Gewinn an Wissen ist ein Glück,

Ein Glück, nicht Böses mehr zu tun.

 

 

 

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