Dhammapada

Das Blumen Kapitel - Puppha

 

 

Wer wird wohl diese Erde überwinden,

Die Yamawelt und diese samt der Göttern?

Wer wird ein wohlgewies’nes Wahrheitswort,

Wie Kenner eine Blume bricht, erfassen?

 

 

 

Der Schulungstücht’ge wird die Erde überwinden,

Die Yamawelt und diese samt den Göttern,

Der Schulungstücht’ge wird ein wohlgewies’nes Warheitswort

Erfassen wie der Kund’ge eine Blume bricht.

 

 

Hast du als Schaumgebilde diesen Leib erkannt,

Erkannt als eine Spiegelung der Luft,

Magst du des Mahrens Blütenpfeile tilgen

Und dieses Todesfürsten Blick entgeh’n.

 

 

 

Den gleichsam Blumen pflückenden

Im Herzen angehagn’nen Mann,

Den reißet mit sich fort der Tod,

Gleichwie die Flut ein schlafend Dorf.

 

 

 

Den gleichsam Blumen pflückenden

Im Herzen angehang’nen Mann,

In Sinnendingen ungestillt,

Den bringt der Tod in seine Macht.

 

 

 

Wie, ohne zu verletzen da

Die Blüte, Farbe sowie Duft,

Den Saft die Biene mit sich nimmt,

So zieht der Weise durch das Dorf.

 

 

 

Sieh nicht des anderen Verstöße,

Nicht, was er tat und unterließ;

Sieh, was Du selber hast getan

Und was Du unterlassen hast.

 

Wie eine Blüte leuchtend schön,

Voll Farbenpracht, doch ohne Duft,

So ist ein wohlgesproch’nes Wort

Fruchtlos für den, der’s nicht befolgt.

 

Gleich einer Blüte leuchtend schön,

Voll Farbenpracht und voller Duft,

So bringt ein wohlgesproch’nes Wort

Dem hohe Frucht, der es befolgt.

 

 

 

Gleichwie aus einem Blumenberg

Man vielerlei Gewinde flicht,

Wirk’ viel Verdienst der Sterbliche,

Der in der Welt geboren ist.

 

 

 

Nicht geht der Blütenduft dem Wind entgegen.

Nicht Sandelduft, nicht Tagara, nicht Jasmin;

Der Duft der Guten geht dem Wind entgegen,

Nach jeder Richtung dringet hin der Gute.

 

 

 

Ob Sandel-, on Tagara-Duft,

Ob Lotus oder ob Jasmin:

All diese Düfte übertrifft

Der edle Duft der Sittlichkeit.

 

 

 

Nur ganz begrenzt ist dieser Duft

Von Sandel- und Tagaraholz,

Der Sittenreinen Duft jedoch

Als höchster weht in Götterwelt.

 

 

 

Die sittlich ganz vollkommen sind,

Allzeit in Wachsamkeit verharr’n,

In rechtem Wissen ganz erlöst,

Der’n Fährte findet Mara nicht.

 

 

 

Wie auf einem Kehrichthaufen,

Hingeworfen auf die Straße,

Ein Lotus Mag entstehen,

Lauter duftend, herzerfreuend:

 

 

 

So auch unter Kehrichtwesen

Überstrahlt mit seinem Wissen

Des erhab’nen Buddha Jünger

All die Weltlinge, sie blinden.

 

 

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