Dhammapada

Das Kapitel über das Altern - Jara

 

 

Was soll das Lachen, was die Lust,

Wo alles ständig brennt und flammt?

In Finsternis seid ihr gehüllt!

Warum sucht ihr nicht nach dem Licht?

 

 

Schau diesen Balg schön aufgeputzt,

Den Leib voll Löcher, wohl gefügt,

Den siechen, wunschesschwangeren,

Der Dauer und bestand nicht hat.

 

 

Gealtert ganz ist dieser leib,

Gebrechlich, ist ein Seuchenherd.

Der faule Haufen bald zerfällt,

Denn Leben endet mit dem Tod.

 

 

 

Wer diese grauen Knochen sieht,

Die man dort hingeworfen hat,

Den Kürbissen zur Herbstzeit gleich,

Wie kann wohl der noch Lust verspür’n?

 

 

 

Aus Knochen ist die Stadt gebaut,

Mit Fleisch und Blut ist sie verputzt.

Drin hausen Alter sowie Tod,

Wie Hochmut und Verklein’rungssucht.

 

 

 

Die prächt’gen Königswagen selbst zerfallen,

Auch dieser Leib eilt dem Zerfall entgegen;

Doch nie kommt das Gesetz der Edlen in verfall,

Die Edlen künden es durch Edle weiter.

 

 

 

Ja, solch ein wissensarmer Mensch,

Der altert wie das Vieh dahin,

An Fleisch nimmt er beständig zu,

Sein Wissen aber wächst nicht an.

 

 

Manch Dasein hab’ durchwandert ich,

Durchlaufen ich, doch fand ich nicht

Den Hauserbauer, den ich suchte.

Leidvoll ist Immer-wiedersein.

 

 

Erkannt bist du nun, Hauserbauer;

Kein weit’res Haus wirst du mir bau’n.

Zerbrochen sind die Sparren all,

Des Hauses Giebel ist zerstört;

Den Geist, der die Entwerdung fand,

Hat Gierversiegung nun erreicht.

 

 

 

Wer heil’gen Wandel nicht geführt,

Noch Geld erwarb als junger Mann,

Der klaget, altem Reiher gleich

An einem fischeleeren Teich.

 

 

 

Wer heil’gen Wandel nicht geführt,

Noch Geld erwarb als junger Mann,

Gleicht einem abgeschoß’nen Pfeil,

Bejammernd, was da einstmals war.

 

 

 

 

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